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OZM-Keks-Handbuch-v1/crumbpage-20-tanz-am-kernel.md
2025-12-12 19:55:49 +01:00

154 lines
4.0 KiB
Markdown

# 🐧 Crumbpage 20: Tanz am Kernel (Bashing the Shell)
**Subtitle:** *Dein Cockpit, deine Regeln.*
**Pfad:** 20 von X
**Schwierigkeit:** ⭐⭐⭐ (3/5)
**Zeit:** Lebenslang
**Voraussetzungen:** [Environment](crumbpage-14-environment.md), [Editoren](crumbpage-04-editoren.md)
> *"Die Shell ist kein Programm. Sie ist eine Lebenseinstellung."*
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## 🎨 Spaceship Lackierung (Der Visual-Mod)
Wir haben jetzt ein Raumschiff (Debian 13), aber es sieht noch aus wie ein Karton.
Lass uns Farben mischen. In der `.bashrc` definieren wir unsere Palette.
### Die Farb-Masken
```bash
# ~/.bashrc - Color Definitions
export RED="\[\033[0;31m\]"
export GREEN="\[\033[0;32m\]"
export YELLOW="\[\033[1;33m\]"
export BLUE="\[\033[0;34m\]"
export PURPLE="\[\033[0;35m\]"
export CYAN="\[\033[0;36m\]"
export NC="\[\033[0m\]" # No Color
```
### Der Prompt (PS1)
Der String `PS1` bestimmt, was vor dem Cursor steht.
Standard: `\u@\h:\w\$` (User@Host:Path$)
**Admin-Style (Rot bei Root):**
```bash
if [ "$EUID" -eq 0 ]; then
PS1="${RED}\u@\h${NC}:${BLUE}\w${NC}# "
else
PS1="${GREEN}\u@\h${NC}:${BLUE}\w${NC}$ "
fi
```
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## ⚡ Syntax-Fallen: Warum schreit meine Shell?
Du hast heute gekämpft. Hier sind die Narben und was wir daraus gelernt haben.
### 1. Das "Eckige Klammern" Trauma
Bash ist extrem pingelig mit Leerzeichen.
**Falsch (Error: command not found):**
```bash
if [$a = $b]; then ...
```
Die Shell sucht nach einem Programm namens `[$a`.
**Richtig:**
```bash
if [ "$a" = "$b" ]; then ...
```
Die Klammer `[` ist tatsächlich ein **Befehl** (Alias für `test`). Und Befehle brauchen Leerzeichen zu ihren Argumenten.
### 2. Ampersand Roulette: `&` vs. `&&`
Ein kleiner Unterschied, der Prozesse tötet oder Zombies erschafft.
- `befehl1 && befehl2`: Mach 2 **nur wenn** 1 erfolgreich war (AND).
- `befehl1 & befehl2`: Starte 1 im **Hintergrund** und starte sofort 2 (Parallel).
**Die Falle:**
`script.sh & && ssh-add` -> Syntax Error.
Das `&&` erwartet einen Befehl davor, aber das `&` hat den Befehl schon in den Hintergrund geschickt (Ende der Befehlskette).
**Lösung:**
Klammern oder Semikolon.
`(script.sh &) && ssh-add` (Subshell)
### 3. EOF und das "Heredoc"
Wenn du Code dynamisch schreibst (`cat << EOF`), darf **kein Leerzeichen** nach dem `EOF` (End Marker) stehen. Sonst wartet Bash für immer auf das "echte" EOF.
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## 🛠️ Mechanik: Symlinks & /dev/null
### Das schwarze Loch (`/dev/null`)
Alles, was dorthin geht, verschwindet. Perfekt für nervige Fehlermeldungen.
```bash
# Standard Output wegwerfen, Fehler anzeigen
befehl > /dev/null
# Alles wegwerfen (Ruhe im Karton)
befehl > /dev/null 2>&1
```
### Symlinks bearbeiten
Ein Symlink (`ln -s`) ist nur ein Wegweiser.
Wenn du ihn bearbeitest (`nano linkname`), bearbeitest du das **Ziel**.
Wenn du das Ziel löschst, zeigt der Link ins Leere ("Dangling Symlink").
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## 🚀 Funktionen vs. Aliases
Aliases sind gut für Abkürzungen (`aliasll='ls -l'`). Für Logik brauchst du Funktionen.
### Der Reload-Trick
Nach dem Editieren der `.bashrc` musst du dich nicht ausloggen.
```bash
# In ~/.bashrc
function reload() {
source ~/.bashrc
echo "♻️ Umgebung neu geladen."
}
```
Jetzt reicht ein `reload`.
### Der "Killer" (Prozess-Management)
Wie vom User heute gefordert: Eine Funktion, um Hintergrund-Scripte gezielt zu stoppen.
```bash
function killscript() {
PATTERN="$1"
if [ -z "$PATTERN" ]; then echo "Welches Script?"; return; fi
# pkill -f sucht im vollen Befehlsnamen
pkill -f "$PATTERN" && echo "💀 $PATTERN wurde beendet." || echo "Nichts gefunden."
}
```
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## 🦉 Crystal Owl's Weisheit
> *"Ein guter Admin schreibt keine Befehle, er komponiert sie."*
Deine `.bashrc` wächst mit dir. Was heute nützlich ist, fliegt morgen raus. Das ist okay. Es ist dein Werkzeugkasten. Halte ihn sauber, aber habe keine Angst vor neuen Tools.
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**Version:** 1.0
**Status:** Ready
**Tags:** #Bash #Config #KernelDance #Syntax
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**Navigation:**
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